Unser Jac in der Heilbronner Stimme

18. Juli 2020, 10:02 Uhr

Jacques Joubert betreibt seit einem Jahr den Markado Shop in Unterheinriet

Untergruppenbach  Der Südafrikaner begann mit zehn Hektar Land und zehn Milchkühen in Paraguay, bis er in den Außenhandel einstieg. Seit Ende 2014 lebt er in Unterheinriet. Sein Feinkostladen mit Café ist dort zu einem Treffpunkt geworden.

Von Linda Möllers

Er vermisse Südafrika immer mehr, sagt Jacques Joubert, „vor allem seit der Corona-Krise“. Noch immer gilt weltweites Einreiseverbot für Jouberts Heimat. Der 53-Jährige ist es außerdem gewohnt, geschäftlich in der ganzen Welt unterwegs zu sein. Jacques Joubert spürt Lebensmittel-Trends auf, testet Produkte, handelt, exportiert, importiert. Rund 80 Länder, darunter alle EU-Staaten, habe er schon bereist, erzählt der Inhaber des Markado Shop, den er vor genau einem Jahr in Unterheinriet eröffnete. Bei Jacques Joubert geht es also erst einmal ruhiger zu, nicht nur wegen Corona.

Jacques Joubert in seinem Laden, dem Markado Shop, und einem Gravièra-Käse. Er wird auf der griechischen Insel Naxos produziert. Foto: Mario Berger

„Jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, die Bremse zu ziehen“, sagt der Südafrikaner und meint damit das Jetset-Leben, das er jahrelang geführt hat. „Das war vielleicht einmal gut.“ Jetzt habe er keine Lust mehr darauf. Nach seinen Lebensstationen in Südafrika und Südamerika wird Joubert in der Stettenfelsgemeinde sozusagen sesshaft.

Ein bewegter Lebenslauf

Auch wenn es sein Name vermuten lässt – Jacques Jouberts einzige Verbindung zu Frankreich ist sein Name. 1682 wanderten seine Vorfahren aus dem südfranzösischen Avignon nach Südafrika aus. Joubert, geboren am 12. März 1967, wuchs in Thabazimbit auf. An der Universität Pretoria studierte er Tierwissenschaften. Seine Muttersprache ist Afrikaans, er spricht außerdem Spanisch, Portugiesisch, Englisch und Deutsch. Weil die paraguayische Regierung mit kostenlosen Agrarflächen warb, damit sich Landwirte ansiedelten, zog es Joubert 1993 nach Filadelfia in Südamerika. Bei seinem zweiten Aufenthalt in Paraguay half er bei einem privaten Projekt in Caaguazú, eine Milchfarm aufzubauen – und entschied sich, zu bleiben.